Patienten

Warum ist Nuckeln schädlich?

Jedes Kind wird mit einem Saugreflex geboren – er ist für den Säugling lebenswichtig. Ausgelöst wird er bereits durch das Berühren der Lippen, der Zunge oder des Gaumens. Da ein Baby bereits ab der sechsten bis zwölften Lebenswoche selbstständig und gezielt seine Ärmchen bewegt, ist der Weg vom Daumen in den Mund nicht weit – der Saugreflex wird durch Daumen- oder Fingerlutschen befriedigt. Daran sollte ein Baby auch nicht gehindert werden – schon gar nicht mit Gewalt! Besser ist es, einen altersgerechten Beruhigungssauger bereitzuhalten – der kann später weggeworfen werden, der Daumen dagegen ist immer „zur Hand“.

Wichtig zu wissen:
Sauger sind unnatürliche Fremdkörper, die das Milchgebiss in zeitlicher Abhängigkeit (tägliche Tragezeit) durch den Saugerschaft stark deformieren können. Bei häufiger Anwendung entsteht ein „offener Biss“, das heißt, dass die Schneidezähne in den Kiefer gedrückt werden und so nicht mehr richtig abbeißen können. Zudem wird die Lautbildung beeinträchtigt und Sprechfehlern (u. a. Lispeln) können auftreten.

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Offener Biss im Milchzahngebiss, verursacht durch Nuckel, Daumen, Nuckelflasche o. ä.

Durch das Saugen entsteht im Mund „Unterdruck“. Er kann sich besonders auf den Oberkiefer auswirken und verursacht einen zu schmalen Kiefer. Zusätzlich verdrängt ein großer Saugerkopf bei anhaltendem Tragen die Zunge – beide Umstände führen zu einem Kreuzbiss der Seitenzähne und zu einer offenen Mundhaltung.

Eine Rücklage des Unterkiefers im Milchzahngebiss bewirkt einen zu schmalen Oberkiefer und hemmt das Wachstum

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Das Resultat sind vorstehende Schneidezähne

Der durch den Unterdruck entstehende zu schmale Oberkiefer wiederum hemmt das Wachstum des Unterkiefers. Dadurch kann eine „Rücklage des Unterkiefers“ mit vorstehenden oberen Zähnen – den „Hasenzähnchen“ – entstehen.  Sind in Dauernuckeflaschen auch noch gesüßte Getränke, sind hässliche und schmerzhafte Kariesschäden vorprogrammiert.

„Kiefergerechte“ Beruhigungssauger

So genannte „kiefergerechte“ Beruhigungssauger gibt es in zwei Größen: für die Altersstufe 0 bis 6 Monate (für noch zahnlose Babys) und einen etwas größeren Sauger für Kinder ab dem siebten Lebensmonat, wenn die ersten Milchzähne da sind. Der Sauger sollte jedoch ausschließlich zur Beruhigung des Kindes, wenn es schreit oder unruhig ist, eingesetzt werden. Denn das spätere Abgewöhnen ist schwierig – einfach nur Wegnehmen funktioniert nicht.

 

Ist ein Beruhigungssauger unvermeidlich, sollte auf bestimmte Kriterien bei der Auswahl und zum Tragen geachtet werden:

  • Spätestens im zweiten Lebensjahr müssen Lutscher und Daumen lutschen eingeschränkt und abgewöhnt werden (dazu gibt es Hilfsmittel).
  • Einen Sauger mit einem möglichst schmalen Saugerschaft – dieser liegt zwischen den Zähnen – wählen.

 

TIPP: Beim Kauf eines Beruhigungssaugers unbedingt auf die Stärke des Saugerschaftes achten!
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